T-Konten
T-Konten sind die vereinfachte Darstellung eines Buchhaltungskontos in Form eines T: links die Soll-, rechts die Haben-Seite — die Differenz beider Seiten ergibt den Saldo, mit dem das Konto abgeschlossen wird.
T-Konten sind die vereinfachte Darstellung eines Buchhaltungskontos: Ein waagerechter und ein senkrechter Strich bilden ein „T“, links steht die Soll-, rechts die Haben-Seite, über dem T der Kontoname. Gebucht wird, indem der Betrag auf der jeweiligen Seite eingetragen wird.
Die Differenz beider Seiten ist der Saldo. Er wird auf der kleineren Seite eingetragen, damit beide Summen übereinstimmen, und anschließend auf ein Abschlusskonto vorgetragen.
Beispiel: das Bankkonto über einen Monat
Ein Betrieb startet den März mit 12.000,00 € auf dem Bankkonto (SKR 03: 1200, SKR 04: 1800). Im Monat gehen 1.190,00 € von einem Kunden ein und 500,00 € werden aus der Kasse eingezahlt; abgebucht werden eine Lieferantenrechnung über 297,50 € und 1.800,00 € Miete.
| Soll — Bank (SKR 03: 1200, SKR 04: 1800) | Haben | ||
|---|---|---|---|
| Anfangsbestand 01.03. | 12.000,00 € | Lieferantenrechnung Bürobedarf | 297,50 € |
| Kundenzahlung | 1.190,00 € | Miete März | 1.800,00 € |
| Bareinzahlung aus der Kasse | 500,00 € | Saldo (Schlussbestand 31.03.) | 11.592,50 € |
| Summe | 13.690,00 € | Summe | 13.690,00 € |
Gerechnet wird: 13.690,00 € Zugänge im Soll minus 2.097,50 € Abgänge im Haben ergeben 11.592,50 € Saldo, der die Haben-Seite auf dieselbe Summe auffüllt. Weil Bank ein aktives Bestandskonto ist, steht der Anfangsbestand im Soll und der Saldo im Haben — und im Schlussbilanzkonto erscheint derselbe Betrag wieder auf der Aktivseite.
Zweites Beispiel: das GuV-Konto
Erfolgskonten funktionieren genauso, nur ohne Anfangsbestand. Sie sammeln über das Jahr Aufwendungen im Soll und Erträge im Haben und werden am Ende über ein gemeinsames T-Konto abgeschlossen, die Gewinn- und Verlustrechnung. Für einen kleinen Handelsbetrieb mit 21.000,00 € Jahreserlös sieht das so aus:
| Soll — Gewinn- und Verlustrechnung | Haben | ||
|---|---|---|---|
| Wareneingang (SKR 03 3400) | 12.000,00 € | Erlöse 19 % USt (SKR 03 8400) | 21.000,00 € |
| Miete (SKR 03 4210) | 5.400,00 € | ||
| Bürobedarf (SKR 03 4930) | 600,00 € | ||
| Saldo: Jahresüberschuss | 3.000,00 € | ||
| Summe | 21.000,00 € | Summe | 21.000,00 € |
21.000,00 € Ertrag minus 18.000,00 € Aufwand ergeben 3.000,00 € Gewinn. Weil der Saldo hier auf der Soll-Seite steht, wandert er im Gegenzug ins Haben des Eigenkapitalkontos — der Gewinn erhöht das Kapital. Bei einem Verlust läge der Saldo im Haben der GuV und würde das Kapital mindern.
Wie ein T-Konto abgeschlossen wird
Der Abschluss läuft je nach Kontenart über ein anderes Sammelkonto:
- Aktive Bestandskonten — Saldo im Haben, Gegenbuchung im Soll des Schlussbilanzkontos.
- Passive Bestandskonten — Saldo im Soll, Gegenbuchung im Haben des Schlussbilanzkontos.
- Aufwandskonten — Saldo im Haben, Abschluss über die Gewinn- und Verlustrechnung.
- Ertragskonten — Saldo im Soll, Abschluss über die Gewinn- und Verlustrechnung.
- Privatkonten — Abschluss über das Eigenkapital, nicht über die GuV.
Zu Beginn des Folgejahres laufen die Bestände über die Eröffnungsbuchung wieder ein; in DATEV-Kontenrahmen übernimmt das Konto 9000 („Saldenvorträge, Sachkonten“) diese Rolle in SKR 03 wie in SKR 04. Details zum Jahresende stehen unter Abschlussbuchung.
Wofür T-Konten heute noch taugen
In moderner Buchhaltungssoftware bekommt niemand mehr ein T-Konto zu sehen; erfasst wird im Buchungsjournal, ausgewertet über Summen- und Saldenlisten je Sachkonto und verdichtet in der monatlichen BWA (Vorlage). Als Denkmodell bleibt das T trotzdem unschlagbar: Wer einen Buchungssatz prüfen oder eine Stornobuchung durchdenken will, skizziert die beiden betroffenen Konten in zehn Sekunden und sieht sofort, ob die Seiten stimmen.
Das gilt besonders für Fälle, in denen mehrere Konten gleichzeitig betroffen sind — eine Splitbuchung, eine Umsatzsteuerkorrektur oder eine Buchung über den Jahreswechsel. Sobald die Beträge auf zwei nebeneinander gezeichneten T-Konten stehen, wird sichtbar, welche Seite noch nicht ausgeglichen ist. Genau deshalb wird die Darstellung in Ausbildung und Studium weiterhin gelehrt, obwohl sie als Erfassungsform längst verschwunden ist.
Der Saldo steht immer auf der schwächeren Seite — deshalb wirkt es zunächst verkehrt, dass ein positives Bankguthaben im Haben des T-Kontos auftaucht. Es ist kein Fehler, sondern nur der Ausgleichsposten, der beide Summen gleich macht.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Saldo eines T-Kontos?
Ziehen Sie die kleinere Seitensumme von der größeren ab. Die Differenz wird auf der kleineren Seite eingetragen, damit beide Seiten gleich hoch sind, und heißt deshalb Saldo.
Auf welcher Seite steht der Anfangsbestand?
Bei aktiven Bestandskonten im Soll, bei passiven Bestandskonten im Haben. Erfolgskonten haben keinen Anfangsbestand, weil sie zu Jahresbeginn bei null starten.
Wohin wird der Saldo eines T-Kontos gebucht?
Bestandskonten schließen über das Schlussbilanzkonto ab, Erfolgskonten über die Gewinn- und Verlustrechnung, deren Saldo wiederum in das Eigenkapital fließt.
Braucht man T-Konten heute überhaupt noch?
Als Buchungsform nein, als Denkmodell ja. In Buchhaltungssoftware sieht niemand mehr ein T, aber zum Prüfen einer Korrektur ist die Skizze der beiden betroffenen Konten immer noch der schnellste Weg.
Was ist der Unterschied zwischen Saldo und Schlussbestand?
Der Saldo ist die rechnerische Differenz beider Kontoseiten, der Schlussbestand der Wert, mit dem das Konto in die Bilanz eingeht. Bei Bestandskonten sind beide betragsgleich, stehen aber auf entgegengesetzten Seiten.