Buchungssatz
Ein Buchungssatz gibt an, welche Konten ein Geschäftsvorfall berührt, und wird immer in der Form „Soll an Haben“ notiert; die Summe der Soll-Beträge muss dabei stets der Summe der Haben-Beträge entsprechen.
Ein Buchungssatz beschreibt, welche Konten ein Geschäftsvorfall berührt und mit welchem Betrag. Er wird immer in der Form Soll an Haben notiert: zuerst das Konto, das im Soll angesprochen wird, dann das Gegenkonto im Haben.
Das Wörtchen an ist dabei reine Notation und bedeutet nicht, dass etwas an jemanden fließt. Bürobedarf an Bank heißt schlicht: Bürobedarf steht im Soll, Bank im Haben.
Rechenbeispiel: Eingangsrechnung mit Vorsteuer
Ein Betrieb kauft Büromaterial für 250,00 € netto. Bei 19 % Umsatzsteuer kommen 47,50 € Vorsteuer hinzu, der Rechnungsbetrag beträgt 297,50 € und wird sofort per Bank bezahlt.
| Konto | SKR 03 | SKR 04 | Soll | Haben |
|---|---|---|---|---|
| Bürobedarf | 4930 | 6815 | 250,00 € | — |
| Abziehbare Vorsteuer 19 % | 1576 | 1406 | 47,50 € | — |
| Bank | 1200 | 1800 | — | 297,50 € |
| Summe | 297,50 € | 297,50 € |
Als Buchungssatz geschrieben: Bürobedarf 250,00 € und Abziehbare Vorsteuer 47,50 € an Bank 297,50 €. Die Kontonummern unterscheiden sich zwischen den beiden Kontenrahmen, die Logik ist identisch.
Einfacher und zusammengesetzter Buchungssatz
Ein einfacher Buchungssatz betrifft genau zwei Konten: Bank an Kasse 500,00 €. Werden mehrere Konten angesprochen — wie oben Aufwand und Vorsteuer gegen ein Bankkonto —, spricht man von einem zusammengesetzten Buchungssatz. Ein Sonderfall ist die Splitbuchung, bei der eine Zahlung auf mehrere Aufwandskonten oder Steuersätze verteilt wird, etwa eine Tankquittung mit Waschanlage.
In jedem Fall gilt: Soll-Summe gleich Haben-Summe. Genau darin liegt die eingebaute Kontrollwirkung der doppelten Buchführung — eine Bilanz, die nicht aufgeht, verrät den Fehler von selbst.
Rechenbeispiel: Zahlung mit Skonto
Eine Eingangsrechnung über 5.000,00 € netto zuzüglich 950,00 € Umsatzsteuer, also 5.950,00 € brutto, ist bereits als Verbindlichkeit gebucht. Bezahlt wird innerhalb der Skontofrist mit 2 % Skonto: 119,00 € Abzug, überwiesen werden 5.831,00 €.
Der Skontobetrag ist ein Bruttobetrag und muss aufgeteilt werden: 119,00 € geteilt durch 1,19 ergeben 100,00 € Minderung des Nettoaufwands und 19,00 € Korrektur der Vorsteuer. Für andere Beträge und Steuersätze rechnet das der Skonto-Rechner aus.
| Konto | SKR 03 | SKR 04 | Soll | Haben |
|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1600 | 3300 | 5.950,00 € | — |
| Bank | 1200 | 1800 | — | 5.831,00 € |
| Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer | 3736 | 5736 | — | 100,00 € |
| Abziehbare Vorsteuer 19 % | 1576 | 1406 | — | 19,00 € |
| Summe | 5.950,00 € | 5.950,00 € |
In DATEV-Kontenrahmen sind die Skontokonten mit Steuerautomatik hinterlegt: Wer auf 3736 beziehungsweise 5736 bucht, löst die Vorsteuerkorrektur automatisch aus und erfasst sie nicht noch einmal von Hand. Die Tabelle zeigt sie hier getrennt, damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt.
Vom Beleg zum Buchungssatz
Die Zuordnung der richtigen Konten heißt Kontierung. Sie braucht vier Angaben, die alle aus dem Beleg kommen müssen und nicht aus der Bankzeile:
- Leistungsart — welches Aufwands- oder Erlöskonto angesprochen wird. Aus „Zahlung an Musterfirma GmbH“ geht das nicht hervor.
- Steuersatz — 19 %, 7 %, steuerfrei oder Reverse Charge; davon hängt das Vorsteuerkonto ab.
- Leistungszeitraum — in welche Periode der Vorgang gehört, was am Jahreswechsel über die Abgrenzung entscheidet.
- Netto- und Bruttobetrag — beide, denn gebucht wird netto, gezahlt wird brutto.
Fehlt eine dieser Angaben, ist der Buchungssatz eine Schätzung. Deshalb ist das Beschaffen des Belegs kein Nebenschauplatz, sondern die Voraussetzung dafür, dass überhaupt korrekt gebucht werden kann.
Korrektur und Storno
Ein bereits festgeschriebener Buchungssatz darf nicht überschrieben werden. Korrigiert wird über eine Stornobuchung, die den ursprünglichen Satz seitenverkehrt wiederholt, oder über eine Generalumkehr, die den Betrag auf derselben Seite mit umgekehrtem Vorzeichen neutralisiert. Beide Wege lassen den Fehler in der Historie sichtbar — das ist so gewollt.
Der häufigste Fehler ist die Buchung des Bruttobetrags auf das Aufwandskonto. Bei 297,50 € brutto gehören 250,00 € auf den Aufwand und 47,50 € auf die Vorsteuer. Wer brutto bucht, bläht den Aufwand auf und verschenkt den Vorsteuerabzug.
Häufige Fragen
Was steht im Buchungssatz vorne, Soll oder Haben?
Immer das Soll-Konto. Die Notation lautet Soll an Haben, das Wort an trennt die beiden Seiten und bedeutet nicht, dass Geld an jemanden fließt.
Wie viele Konten darf ein Buchungssatz enthalten?
Ein einfacher Buchungssatz berührt genau zwei Konten, ein zusammengesetzter beliebig viele. Entscheidend ist nur, dass die Soll-Summe und die Haben-Summe übereinstimmen.
Wie buche ich eine Eingangsrechnung mit 19 Prozent Vorsteuer?
Aufwandskonto und Vorsteuerkonto im Soll, Bank oder Verbindlichkeiten im Haben. Bei 250,00 € netto sind das 250,00 € Aufwand plus 47,50 € Vorsteuer gegen 297,50 € brutto.
Kann ich einen falschen Buchungssatz einfach löschen?
Nein, nach den GoBD muss der ursprüngliche Inhalt erkennbar bleiben. Korrigiert wird über eine Stornobuchung oder eine Generalumkehr, die den Fehler dokumentiert statt ihn zu verbergen.
Was bedeutet das Wort an im Buchungssatz?
Es ist reine Notation und trennt die Soll-Seite von der Haben-Seite. Bürobedarf an Bank heißt, dass Bürobedarf im Soll und Bank im Haben angesprochen wird.
Unterscheiden sich Buchungssätze zwischen SKR 03 und SKR 04?
Nur in den Kontonummern, nicht in der Logik. Derselbe Vorgang trifft in beiden Kontenrahmen dieselben Kontenarten, etwa Bank auf 1200 im SKR 03 und auf 1800 im SKR 04.