Lexikon · Belege & Rechnungen

BT-Felder (Business Terms)

BT-Felder sind die Business Terms der Norm EN 16931 — die durchnummerierten Informationselemente einer E-Rechnung, etwa BT-1 für die Rechnungsnummer oder BT-10 für die Käuferreferenz; zusammengehörige Felder bündelt die Norm in Business Groups (BG).

Das semantische Datenmodell der Norm EN 16931 zerlegt eine Rechnung in einzelne Informationselemente. Jedes davon heißt Business Term und trägt eine feste Nummer mit dem Präfix BT; die Nummern laufen von BT-1 bis über BT-160. Inhaltlich zusammengehörige Felder werden zu Business Groups mit dem Präfix BG gebündelt. Eine BG trägt selbst keinen Wert, sondern wirkt wie eine Überschrift über den Feldern darunter.

Zu jedem Feld legt die Norm drei Dinge fest: die Bedeutung, den Datentyp und die Kardinalität1..1 für genau einmal verpflichtend, 0..1 für höchstens einmal, 0..n für beliebig oft. Erst diese Kardinalität macht aus einer Feldliste ein prüfbares Regelwerk.

Die wichtigsten Business Groups

Die wichtigsten BT-Felder im Überblick

FeldBedeutungHinweis
BT-1RechnungsnummerPflicht
BT-2RechnungsdatumPflicht
BT-3Rechnungsart-CodePflicht; 380 Handelsrechnung, 381 Gutschrift
BT-5RechnungswährungPflicht
BT-9Fälligkeitsdatumoptional
BT-10Käuferreferenzträgt in Deutschland die Leitweg-ID; in XRechnung Pflicht
BT-13Bestellnummeroptional, in der Praxis oft vom Kunden gefordert
BT-23Geschäftsprozess-Kennungin XRechnung Pflicht
BT-24SpezifikationskennungPflicht; sagt dem Prüfprogramm, welches Regelwerk gilt
BT-27Name des VerkäufersPflicht
BT-31Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Verkäufersbedingt
BT-44Name des KäufersPflicht
BT-49Elektronische Adresse des KäufersRouting-Adresse im Netzwerk
BT-72Tatsächliches Lieferdatumoptional in der Norm, für § 14 UStG praktisch unverzichtbar
BT-73 / BT-74Abrechnungszeitraum, Beginn und EndeEnde darf nicht vor dem Beginn liegen
BT-106Summe der Nettobeträge aller PositionenPflicht
BT-109Gesamtbetrag ohne UmsatzsteuerPflicht
BT-110Gesamtbetrag der Umsatzsteuerbedingt
BT-112Gesamtbetrag mit UmsatzsteuerPflicht
BT-115Fälliger ZahlbetragPflicht
BT-126Kennung der RechnungspositionPflicht je Position
BT-129 / BT-130Menge und MengeneinheitPflicht je Position
BT-131Nettobetrag der PositionPflicht je Position
BT-153Artikel- oder LeistungsbezeichnungPflicht je Position

Die Summenfelder hängen rechnerisch zusammen: BT-106 abzüglich Nachlässen und zuzüglich Zuschlägen ergibt BT-109, plus BT-110 ergibt BT-112, abzüglich bereits gezahlter Beträge ergibt BT-115. Ein Validator rechnet das nach — abweichende Rundungen sind eine der häufigsten Ablehnungsursachen.

Warum die Nummerierung nützlich ist

Der praktische Nutzen liegt in der Syntaxunabhängigkeit. Dasselbe Feld heißt in UBL anders als in CII: BT-1 ist einmal cbc:ID und einmal ram:ID unter rsm:ExchangedDocument. Die BT-Nummer ist in beiden Fällen dieselbe. Validierungswerkzeuge melden Fehler deshalb über BT-Nummern und Geschäftsregeln statt über XML-Pfade — wer BT-9 fehlt liest, weiß auch ohne Kenntnis der Syntax, dass das Fälligkeitsdatum nachzutragen ist. Was hinter den Kürzeln steckt, erklärt unsere Seite XRechnung.

Praxis

Fehlermeldungen mit dem Präfix BR- stammen aus der europäischen Norm, solche mit BR-DE- aus dem deutschen Standard XRechnung. BR-DE-15 heißt: BT-10 fehlt, also die Käuferreferenz beziehungsweise die Leitweg-ID. Erst am Präfix erkennst du, ob dein Kunde ein europäisches Pflichtfeld vermisst oder eine deutsche Zusatzregel.

Pflicht, optional, bedingt — und wer daran drehen darf

Ein nationaler Standard darf die Norm nur verschärfen. Eine CIUS wie XRechnung kann aus einem optionalen Feld ein Pflichtfeld machen und Wertebereiche einengen, sie kann aber kein Pflichtfeld der Norm streichen und keine eigenen Felder erfinden — dafür gäbe es nur den Weg über eine Extension. Genau deshalb ist BT-24 so wichtig: Diese Kennung sagt dem Prüfprogramm, gegen welches Regelwerk es validieren soll. Steht dort die Kennung für Peppol BIS Billing, gelten andere Regeln als bei XRechnung, obwohl beide auf derselben Norm beruhen. Für den Rechnungseingang heißt das: Erst BT-24 lesen, dann prüfen — die E-Rechnungs-Checkliste beschreibt die Reihenfolge.

Häufige Fragen

Was bedeutet BT bei einer E-Rechnung?

BT steht für Business Term, also für ein einzelnes Informationselement der Norm EN 16931. Jedes Feld hat eine feste Nummer, einen Datentyp und eine Kardinalität, die angibt, ob es Pflicht, optional oder mehrfach zulässig ist.

Was ist der Unterschied zwischen BT und BG?

Ein BT trägt einen Wert, eine BG ist nur die Klammer darum. BG-4 SELLER etwa enthält keinen eigenen Inhalt, sondern gruppiert die Verkäuferangaben BT-27 bis BT-34.

In welchem Feld steht die Leitweg-ID?

In BT-10, der Käuferreferenz. In der Basisnorm ist das Feld optional, im deutschen Standard XRechnung macht es die Geschäftsregel BR-DE-15 zur Pflichtangabe.

Warum meldet mein Validator einen BT-Fehler statt eines XML-Pfads?

Weil die Prüfregeln am semantischen Modell hängen, nicht an der Syntax. Dasselbe Feld heißt in UBL anders als in CII, trägt aber dieselbe BT-Nummer — die Fehlermeldung ist so in beiden Syntaxen verständlich.

Kann ein nationaler Standard Felder zu Pflichtfeldern machen?

Ja. Eine CIUS wie XRechnung darf Felder verschärfen, also aus optional Pflicht machen, und Wertebereiche einengen. Sie darf aber keine Pflichtfelder der Norm streichen und keine neuen Felder erfinden.

Wo finde ich das Leistungsdatum in den BT-Feldern?

In BT-72 steht das tatsächliche Lieferdatum, in BT-73 und BT-74 Beginn und Ende des Abrechnungszeitraums. Auf Positionsebene gibt es zusätzlich BT-134 und BT-135.

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