CII (Cross Industry Invoice)
CII (Cross Industry Invoice) ist das XML-Rechnungsformat von UN/CEFACT; es ist neben UBL die zweite von EN 16931 zugelassene Syntax und bildet den strukturierten Teil von ZUGFeRD und Factur-X.
CII steht für Cross Industry Invoice und stammt von UN/CEFACT, dem Zentrum der Vereinten Nationen für Handelserleichterung und elektronische Geschäftsprozesse. Wie UBL ist CII eine reine XML-Syntax und kein eigenes inhaltliches Regelwerk: Was in einer Rechnung stehen muss, bestimmt die Norm EN 16931; CII bestimmt nur, in welche Elemente es geschrieben wird. Die Zuordnung regelt die technische Spezifikation CEN/TS 16931-3-3, die auf der UN/CEFACT-Schemafassung D16B aufsetzt.
Wie eine CII-Rechnung aufgebaut ist
Das Wurzelelement heißt rsm:CrossIndustryInvoice. Darunter arbeitet CII mit drei Präfixen: rsm für die Dokumentstruktur, ram für die wiederverwendbaren Geschäftsobjekte und udt für einfache Datentypen. Der Aufbau unterscheidet sich deutlich von UBL — CII trennt Kontext, Kopfdaten und die eigentliche Handelstransaktion:
| Block | Inhalt | Beispielfelder |
|---|---|---|
| rsm:ExchangedDocumentContext | Kontext: nach welcher Spezifikation und in welchem Geschäftsprozess | BT-24, BT-23 |
| rsm:ExchangedDocument | Kopfdaten des Dokuments | BT-1, BT-2, BT-3, Freitexte |
| ram:ApplicableHeaderTradeAgreement | Vereinbarung: Verkäufer, Käufer, Bestell- und Vertragsbezug | BT-27, BT-44, BT-10, BT-13 |
| ram:ApplicableHeaderTradeDelivery | Lieferung: Lieferdatum und Lieferanschrift | BT-72, BT-70 |
| ram:ApplicableHeaderTradeSettlement | Abrechnung: Währung, Steueraufteilung, Zahlungsbedingungen, Summen | BT-5, BT-9, BT-109, BT-112, BT-115 |
| ram:IncludedSupplyChainTradeLineItem | die einzelnen Rechnungspositionen | BT-126, BT-129, BT-131, BT-153 |
Die drei mittleren Blöcke stecken gemeinsam in rsm:SupplyChainTradeTransaction. Wer eine Fehlermeldung eines Validators liest, findet dort die Pfade wieder — und über die BT-Nummer die Bedeutung des Feldes, ohne die Syntax auswendig zu kennen.
Der Unterschied zu UBL an drei Feldern
Beide Syntaxen tragen dieselben Informationen, aber an völlig verschiedenen Stellen. Wer eine Rechnung in beiden Welten wiederfinden muss, kann sich das an wenigen Feldern klarmachen:
| Feld | UBL | CII |
|---|---|---|
| BT-1 Rechnungsnummer | Invoice/cbc:ID | rsm:ExchangedDocument/ram:ID |
| BT-2 Rechnungsdatum | Invoice/cbc:IssueDate | rsm:ExchangedDocument/ram:IssueDateTime/udt:DateTimeString |
| BT-24 Spezifikationskennung | Invoice/cbc:CustomizationID | rsm:ExchangedDocumentContext/ram:GuidelineSpecifiedDocumentContextParameter/ram:ID |
CII ist erkennbar geschwätziger: Datumsangaben stehen nicht als schlichter Wert, sondern in einem eigenen Datentyp-Element mit Formatangabe. Dafür bildet CII die Handelsbeziehung genauer ab und trennt sauber zwischen dem, was vereinbart, was geliefert und was abgerechnet wurde — ein Erbe der EDI-Welt, aus der das Schema stammt.
ZUGFeRD und Factur-X: CII im PDF
Im deutschsprachigen Raum begegnet CII den meisten Unternehmen nicht als nackte XML-Datei, sondern verpackt. ZUGFeRD und das französische Pendant Factur-X betten ein CII-XML als Anhang in ein PDF/A-3 ein — in den gemeinsamen Versionen beider Standards unter dem Dateinamen factur-x.xml. Dieselbe Datei ist damit zugleich menschenlesbare Rechnung und maschinenlesbarer Datensatz. Für den Empfänger ist das die sanfteste Umstellung: Er kann die PDF-Seite ansehen wie bisher, seine Buchhaltung liest trotzdem strukturierte Daten. Mehr dazu auf unserer Seite ZUGFeRD.
Nicht jedes ZUGFeRD-PDF ist eine E-Rechnung. Nach Auffassung der Finanzverwaltung erfüllen XRechnung und ZUGFeRD ab Version 2.0.1 die umsatzsteuerlichen Anforderungen, ausgenommen die Profile MINIMUM und BASIC WL — sie enthalten zu wenige Daten und gelten trotz eingebettetem XML nur als sonstige Rechnung. Prüfe also nicht nur, ob deine Software ZUGFeRD kann, sondern welches Profil sie schreibt.
CII oder UBL — was in der Praxis zählt
- Empfang: Seit dem 1. Januar 2025 gilt die Empfangspflicht für inländische B2B-Rechnungen. Der Absender wählt die Syntax, also musst du beide verarbeiten können.
- Versand ins B2B: ZUGFeRD in einem tauglichen Profil, also CII, ist der Weg mit den wenigsten Rückfragen beim Kunden.
- Versand an die Verwaltung: XRechnung, wahlweise in CII oder UBL, mit der Leitweg-ID in BT-10.
- Versand über Peppol: dort ist UBL die übliche Syntax.
Welches Format zu welchem Geschäftsmodell passt, vergleicht der Ratgeber E-Rechnungsformate. Ein Punkt gilt für alle Formate gleichermaßen: Die umsatzsteuerlichen Pflichtangaben müssen im strukturierten Teil stehen — ein Verweis auf einen Anhang oder einen Link ersetzt eine fehlende Angabe nicht.
Häufige Fragen
Was ist CII in einfachen Worten?
CII ist eine XML-Sprache für Rechnungen, entwickelt von UN/CEFACT bei den Vereinten Nationen. Sie ist eine von zwei Syntaxen, in denen eine E-Rechnung nach der europäischen Norm EN 16931 geschrieben werden darf.
Ist ZUGFeRD dasselbe wie CII?
Nein, aber ZUGFeRD steckt voller CII. ZUGFeRD ist ein hybrides Format: ein PDF/A-3, in das eine CII-XML-Datei eingebettet ist. Der Mensch sieht die PDF-Seite, die Software liest das XML.
Welche ZUGFeRD-Profile gelten als E-Rechnung?
Nach Auffassung der Finanzverwaltung erfüllen XRechnung und ZUGFeRD ab Version 2.0.1 die umsatzsteuerlichen Anforderungen — mit Ausnahme der Profile MINIMUM und BASIC WL. Diese beiden enthalten zu wenige Daten und gelten trotz eingebettetem XML nur als sonstige Rechnung.
Woran erkenne ich eine CII-Datei?
Am Wurzelelement CrossIndustryInvoice und an den Präfixen rsm, ram und udt. Eine UBL-Datei beginnt stattdessen mit Invoice im OASIS-Namensraum.
Soll ich CII oder UBL einsetzen?
Für den Versand an deutsche Kunden im B2B ist ZUGFeRD und damit CII am bequemsten, weil der Empfänger notfalls einfach die PDF-Seite liest. Für den Versand über das Peppol-Netzwerk ist UBL der übliche Weg. Beim Empfang brauchst du ohnehin beides.