Lexikon · Buchhaltung & Aufbewahrung

DATEV-Buchungsstapel (EXTF)

Ein DATEV-Buchungsstapel ist eine CSV-Datei im DATEV-Format (EXTF), mit der gesammelte Buchungssätze – ein Geschäftsvorfall je Zeile – an die DATEV-Buchhaltung bzw. den Steuerberater übergeben werden.

Der DATEV-Buchungsstapel ist das verbreitetste Austauschformat zwischen Vorsystemen und der DATEV-Finanzbuchhaltung. Technisch ist es eine CSV-Datei nach der EXTF-Spezifikation: eine Kopfzeile mit Metadaten, eine Zeile mit den Spaltenüberschriften und danach je Zeile ein Buchungssatz. So wandern die Buchungen eines Monats ohne Abtippen in die Kanzlei.

Aufbau der Datei

Die Datei ist in Windows-1252 kodiert, Felder werden durch Semikolon getrennt, Textfelder in Anführungszeichen gesetzt, Beträge mit Komma als Dezimaltrenner geschrieben. Der Kopfsatz beginnt mit der Kennung EXTF, der Versionsnummer 700, der Formatkategorie 21 für Buchungsstapel, dem Formatnamen und der Satzformat-Version. Danach folgen die Angaben, die den Stapel eindeutig einem Mandanten und einem Zeitraum zuordnen:

Position im KopfsatzInhaltBeispiel
1 bis 5Kennung, Versionsnummer, Formatkategorie, Formatname, Satzformat-VersionEXTF, 700, 21, Buchungsstapel
11 / 12Beraternummer und Mandantennummer1234567 / 56789
13Beginn des Wirtschaftsjahres (JJJJMMTT)20260101
14Sachkontenlänge4
15 / 16Datumsbereich der enthaltenen Buchungen20260601 bis 20260630
17Bezeichnung des StapelsJuni 2026
22WährungskennzeichenEUR

Die wichtigsten Buchungsfelder

Die Buchungszeile des gängigen Satzformats hat 124 Spalten, von denen die meisten leer bleiben dürfen. Diese hier sind die tragenden:

FeldBedeutungBeispiel
1 UmsatzBetrag immer positiv, ohne Vorzeichen89,90
2 Soll-/Haben-KennzeichenS oder H, bezogen auf das Feld KontoS
3 WKZ Umsatzleer bei Euro, sonst ISO-WährungscodeUSD
7 Kontobebuchtes Sachkonto oder Personenkonto6815
8 GegenkontoGegenkonto ohne Buchungsschlüssel1800
9 BU-SchlüsselSteuer- und Berichtigungsschlüssel, leer bei Automatikkonten
10 BelegdatumTag und Monat ohne Jahr1502
11 Belegfeld 1Rechnungs- oder BelegnummerER-2026-0142
14 BuchungstextKurzbeschreibung des VorgangsStromabschlag Juni
114 Festschreibung0 = offen, 1 = festgeschrieben0
Achtung

Die Sachkontenlänge im Kopfsatz muss zur Einstellung des Mandanten passen. Wird ein vierstelliger Stapel in eine fünfstellige Umgebung importiert, landen die Buchungen auf falschen Konten oder der Import bricht ab – ein Fehler, der erst in der Auswertung auffällt.

Festschreibung

Das Feld Festschreibung entscheidet, ob die importierten Sätze sofort unveränderbar gesetzt werden. Dahinter steht § 146 Abs. 4 AO: Eine Buchung darf später nicht so geändert werden, dass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist. Vorsysteme übergeben deshalb in der Regel eine 0 und überlassen die Festschreibung der Kanzlei, die den Stapel zunächst prüft. Spätestens mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung werden die Buchungen dann festgeschrieben; danach sind nur noch Korrekturbuchungen möglich, keine stillen Änderungen.

Was der Stapel enthält – und was nicht

Ein Buchungsstapel transportiert Buchungssätze, keine Stammdaten. Konten, Debitoren und Kreditoren müssen im Zielsystem existieren oder über eine eigene Stammdatendatei geliefert werden; unbekannte Personenkonten führen sonst zu abgewiesenen Zeilen. Auch die Belege selbst stecken nicht in der CSV: Die Buchungszeile kann nur auf ein digitales Dokument verweisen, das über den Belegtransfer separat bereitgestellt wird. Und der Stapel ersetzt keine Prüfung – ob eine Ausgabe abziehbar ist, welcher Steuersatz gilt und ob ein Privatanteil herauszurechnen ist, entscheidet die Kontierung im Vorsystem oder die Kanzlei.

Import in die Kanzleisoftware

Weil der Kopfsatz genau einen Datumsbereich trägt, wird üblicherweise ein Stapel je Monat und Mandant übergeben. Die Kanzlei importiert ihn im Rechnungswesen-Programm und erhält ein Protokoll mit abgewiesenen Zeilen. Typische Ablehnungsgründe sind unbekannte Konten, Buchungen außerhalb des angegebenen Datumsbereichs, ein Belegfeld über der zulässigen Länge oder eine nicht passende Berater-Mandanten-Kombination. Sauber vorbereitete Kontierungen und eindeutige Belegnummern reduzieren diese Nacharbeit deutlich. belege.ai erzeugt einen solchen Stapel inklusive der zugehörigen Belegbilder; mehr dazu auf der Seite zur DATEV-Anbindung und unter Steuerberater.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen EXTF und DTVF?

EXTF kennzeichnet Dateien aus Fremdprogrammen, DTVF solche, die DATEV selbst erzeugt hat. Für den Export aus einem Vorsystem ist immer EXTF zu verwenden.

In welchem Zeichensatz muss die Datei vorliegen?

In Windows-1252, mit Semikolon als Trennzeichen und Komma als Dezimaltrenner. Wird die Datei versehentlich als UTF-8 gespeichert, kommen Umlaute in der Kanzleisoftware verstümmelt an.

Warum enthält das Belegdatum kein Jahr?

Weil das Jahr aus dem Wirtschaftsjahresbeginn und dem Datumsbereich im Kopfsatz abgeleitet wird. In der Buchungszeile steht das Belegdatum nur als Tag und Monat.

Was bedeutet das Feld Festschreibung?

Es steuert, ob die Buchungen sofort unveränderbar gesetzt werden. Vorsysteme liefern hier üblicherweise eine 0, damit die Kanzlei vor der Festschreibung noch korrigieren kann.

Warum lehnt DATEV meinen Buchungsstapel ab?

Meist wegen abweichender Sachkontenlänge, falscher Berater- oder Mandantennummer oder Buchungen außerhalb des im Kopfsatz angegebenen Datumsbereichs. Diese Angaben müssen exakt zum Mandanten passen.

Kann ich Belegbilder mitliefern?

Ja, über ein Belegverweisfeld in der Buchungszeile lassen sich Buchungen mit digitalen Belegen verknüpfen, sodass die Kanzlei das Dokument direkt zur Buchung sieht.