Mahnung · Vorlage

Mahnung-Vorlage
Musterbrief & PDF, kostenlos

Fertiger Mahntext zum Kopieren, ein PDF-Gerüst zum Ausfüllen – und die Rechtslage, die dahintersteht: Verzug, Verzugszinsen, Mahnkosten. Kostenlos, ohne Anmeldung.

Eine Mahnung ist die eindeutige Aufforderung, eine fällige Zahlung zu leisten. Nach § 286 Abs. 1 BGB gerät der Schuldner durch sie in Verzug – und erst ab Verzug schuldet er Verzugszinsen und Ersatz des Verzugsschadens. Drei Mahnstufen sind dabei keine gesetzliche Vorgabe, sondern kaufmännische Gewohnheit: Eine Mahnung genügt. Wie jedes Schreiben zu einem Handelsgeschäft ist die Mahnung ein Handelsbrief und aufzubewahren.

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Musterbrief

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Betreff: 1. Mahnung zu Rechnung Nr. 2026-0142 vom 03.07.2026

Sehr geehrte Frau Muster,

zu unserer Rechnung Nr. 2026-0142 vom 03.07.2026 konnten wir bis
heute keinen Zahlungseingang feststellen. Der Betrag war am
17.07.2026 zur Zahlung fällig, unsere Zahlungserinnerung vom
24.07.2026 blieb ohne Reaktion.

Wir fordern Sie hiermit auf, den offenen Betrag bis zum 28.08.2026
auf das unten genannte Konto zu überweisen.

  Rechnungsbetrag brutto:  1.190,00 EUR
  Bereits gezahlt:             0,00 EUR
  Offener Betrag:          1.190,00 EUR
  Mahnkosten:                  2,50 EUR
  ------------------------------------
  Zu zahlen:               1.192,50 EUR

  IBAN:             DE00 0000 0000 0000 0000 00
  Verwendungszweck: 2026-0142

Seit Eintritt des Verzugs berechnen wir zusätzlich Verzugszinsen
nach § 288 BGB.

Falls der Rechnung etwas entgegensteht, melden Sie sich bitte kurz –
wir klären das gerne telefonisch.

Mit freundlichen Grüßen

Im Beispiel ist der Verzug bereits durch die vorangegangene Zahlungserinnerung eingetreten – nur deshalb dürfen hier Mahnkosten und Verzugszinsen stehen. Ist diese Mahnung dein erstes Schreiben nach Fälligkeit, streiche beide Positionen: Sie entstehen erst mit dem Verzug, den dieses Schreiben gerade erst auslöst.

Mahnstufen

Drei Stufen sind Gewohnheit,
nicht Gesetz

  • Zahlungserinnerung: freundlicher Hinweis, keine Kosten, neue Frist von 7 bis 14 Tagen
  • 1. Mahnung: klare Zahlungsaufforderung mit Datum; ab hier Verzugszinsen und – sofern der Verzug schon eingetreten ist – Mahnkosten
  • 2. Mahnung: kürzere Frist, deutlicherer Ton, Hinweis auf die weiteren Schritte
  • 3. Mahnung / letzte Mahnung: letzte Frist, Ankündigung von gerichtlichem Mahnverfahren oder Inkasso
  • Danach: gerichtliches Mahnverfahren (§§ 688 ff. ZPO) – der Mahnbescheid hemmt zugleich die Verjährung

Diese Staffelung ist Konvention, kein Gesetz. Rechtlich reicht eine Mahnung nach Fälligkeit, um Verzug auszulösen – und in klaren Fällen ist es wirtschaftlicher, nach der 1. Mahnung direkt ins gerichtliche Mahnverfahren zu gehen, statt drei Monate lang Briefe zu schreiben.

Verzug

Wann Verzug eintritt,
und wann von allein

  • Grundfall: Leistet der Schuldner auf eine Mahnung nach Fälligkeit nicht, kommt er durch die Mahnung in Verzug (§ 286 Abs. 1 BGB)
  • Ohne Mahnung: unter anderem, wenn für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist oder der Schuldner die Zahlung ernsthaft und endgültig verweigert (§ 286 Abs. 2 BGB)
  • 30-Tage-Regel: Bei einer Entgeltforderung tritt Verzug spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung ein (§ 286 Abs. 3 BGB)
  • Gegenüber Verbrauchern gilt diese 30-Tage-Regel nur, wenn in der Rechnung besonders auf diese Folge hingewiesen wurde (§ 286 Abs. 3 BGB)
  • Kein Verzug, solange die Zahlung aus einem Umstand ausbleibt, den der Schuldner nicht zu vertreten hat (§ 286 Abs. 4 BGB)

Praktische Folge: Ein festes Zahlungsziel mit Datum auf der Rechnung (zahlbar bis 17.07.2026) ist mehr wert als jede Mahnvorlage – es macht den Verzugseintritt nachweisbar. Quelle: § 286 BGB.

Verzugszinsen

Fünf oder neun Punkte
über dem Basiszinssatz

  • Ist ein Verbraucher beteiligt: fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 1 BGB)
  • Bei Entgeltforderungen aus Rechtsgeschäften, an denen kein Verbraucher beteiligt ist: neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 2 BGB)
  • Zusätzlich 40 Euro Pauschale, wenn der Schuldner kein Verbraucher ist – anzurechnen auf einen Schadensersatz, soweit er in Rechtsverfolgungskosten begründet ist (§ 288 Abs. 5 BGB)
  • Der Basiszinssatz ändert sich zum 1. Januar und zum 1. Juli und wird von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben (§ 247 BGB)
  • Gezinst wird nur der offene Betrag und nur für die Tage ab Verzugseintritt – Mahnkosten selbst werden nicht verzinst

Aktueller Stand: Seit dem 1. Juli 2026 beträgt der Basiszinssatz nach § 247 BGB 1,52 % (davor 1,27 % seit dem 1. Juli 2025). Daraus ergeben sich derzeit 6,52 % Verzugszinsen nach § 288 Abs. 1 BGB und 10,52 % nach § 288 Abs. 2 BGB.

Der Satz wird halbjährlich neu festgesetzt – prüfe ihn vor jeder Mahnung in der Basiszinssatz-Übersicht der Deutschen Bundesbank. Gesetzestext: § 288 BGB, § 247 BGB. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.

Mahnkosten

Was du wirklich
weiterberechnen darfst

  • Die Kosten des Schreibens, das den Verzug erst auslöst, sind nicht erstattungsfähig – sie sind nicht durch den Verzug verursacht
  • Erst Mahnungen nach Verzugseintritt sind als Verzugsschaden ersatzfähig (§ 280 Abs. 1, § 286 BGB)
  • Ersatzfähig sind nur die tatsächlich entstandenen Kosten wie Porto und Material – in der Praxis liegen die anerkannten Beträge im niedrigen einstelligen Euro-Bereich
  • Eigener Bearbeitungs- und Personalaufwand für das Mahnen zählt nach der Rechtsprechung nicht dazu
  • Pauschale Mahngebühren von 10 oder 15 Euro sind gegenüber Verbrauchern regelmäßig angreifbar

Der Hebel liegt nicht bei den Mahnkosten, sondern bei den Verzugszinsen und – im B2B-Fall – der 40-Euro-Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB. Wer 15 Euro Mahngebühr ansetzt, verhandelt am Ende über 15 Euro; wer sauber verzinst, hat die stärkere Position.

Im Produkt

Mahnen ohne Word,
direkt an der Rechnung

  • Zu jeder ausgestellten Ausgangsrechnung lassen sich Zahlungserinnerung und 1. bis 3. Mahnung anlegen – die Reihenfolge wird geprüft, jede Stufe gibt es nur einmal
  • Jede Mahnung bekommt eine fortlaufende Nummer, ein Zahlungsziel und einen anpassbaren Anschreibentext
  • Der Betragsblock zeigt Rechnungsbetrag, bereits Gezahltes, offenen Betrag und – falls gesetzt – die Mahngebühr
  • Das fertige PDF wird gespeichert und lässt sich direkt per E-Mail an den Rechnungsempfänger versenden
  • Zahlungseingänge werden auf der Rechnung vermerkt, der Status springt auf offen, teilweise bezahlt oder bezahlt

Nicht automatisch: Verzugszinsen. Den Zinsbetrag rechnest du mit dem oben genannten Satz selbst aus und trägst ihn in den Mahntext ein. Zum Bereich: Rechnungen und Mahnungen in belege.ai (Login erforderlich).

So gehst du vor

Mahnung in drei Schritten

1

Verzug feststellen

Zahlungseingang prüfen, Fälligkeitsdatum und Rechnungszugang festhalten – daraus ergibt sich, ab wann Zinsen laufen.

2

Mahnung aufsetzen

Musterbrief kopieren oder PDF-Vorlage ausfüllen: Rechnungsdaten, offener Betrag, neue Frist mit Datum, je nach Fall Mahnkosten und Verzugszinsen.

3

Versenden & Frist notieren

Versenden, Kopie zu den Unterlagen, Wiedervorlage setzen. Verstreicht die Frist, folgt die nächste Stufe oder das gerichtliche Mahnverfahren.

FAQ

Häufige Fragen

Muss ich dreimal mahnen, bevor ich klagen kann?

Nein. Drei Mahnstufen sind kaufmännische Gewohnheit, keine gesetzliche Voraussetzung. Nach § 286 Abs. 1 BGB genügt eine Mahnung nach Fälligkeit, um Verzug auszulösen; in bestimmten Fällen tritt Verzug sogar ohne Mahnung ein (§ 286 Abs. 2 und Abs. 3 BGB).

Wie hoch sind die Verzugszinsen?

Der Verzugszinssatz beträgt fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 1 BGB). Bei Entgeltforderungen aus Rechtsgeschäften, an denen kein Verbraucher beteiligt ist, sind es neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 2 BGB). Der Basiszinssatz wird zum 1. Januar und 1. Juli angepasst; seit dem 1. Juli 2026 beträgt er 1,52 %, was aktuell 6,52 % bzw. 10,52 % ergibt. Prüfe den Satz vor jeder Mahnung bei der Deutschen Bundesbank.

Darf ich 10 Euro Mahngebühr verlangen?

In der Regel nicht. Ersatzfähig ist nur der tatsächliche Verzugsschaden – im Wesentlichen Porto und Material; eigener Bearbeitungsaufwand zählt nach der Rechtsprechung nicht. Und die Kosten der Mahnung, die den Verzug erst begründet, sind gar nicht erstattungsfähig. Im B2B-Fall gibt es stattdessen die 40-Euro-Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB.

Was ist die 40-Euro-Pauschale?

Gerät ein Schuldner, der kein Verbraucher ist, mit einer Entgeltforderung in Verzug, kann der Gläubiger zusätzlich eine Pauschale von 40 Euro verlangen (§ 288 Abs. 5 BGB). Sie wird auf einen Schadensersatz angerechnet, soweit dieser in Kosten der Rechtsverfolgung begründet ist.

Wann verjährt meine Forderung?

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre (§ 195 BGB) und beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und du von den Umständen Kenntnis erlangt hast (§ 199 BGB). Eine Mahnung hemmt die Verjährung nicht – ein Mahnbescheid im gerichtlichen Mahnverfahren schon.

Muss ich Mahnungen aufbewahren?

Ja. Mahnungen betreffen ein Handelsgeschäft und sind damit Handelsbriefe – sechs Jahre nach § 257 HGB bzw. § 147 AO, auch als E-Mail.

Kann belege.ai Mahnungen erstellen?

Ja. Zu einer ausgestellten Ausgangsrechnung legt belege.ai Zahlungserinnerung und 1. bis 3. Mahnung an, vergibt fortlaufende Mahnnummern, erzeugt das PDF, versendet es per E-Mail und führt den Zahlungsstand mit. Verzugszinsen werden nicht automatisch berechnet – den Betrag trägst du selbst ein.

Offene Posten an einer Stelle

Ausgangsrechnung, Zahlungsstand und Mahnstufe laufen in belege.ai zusammen – während auf der Eingangsseite die fehlenden Belege automatisch eingesammelt werden. Kostenlos starten.

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