Marktplatz · Amazon

Amazon-Buchhaltung —
die Auszahlung ist nur die Differenz

AMAZON PAYMENTS EUROPE, ein Betrag. Darin stecken hunderte Bestellungen, Verkaufsgebühren, FBA- und Lagergebühren, Werbekosten, Erstattungen und manchmal ein Einbehalt. Lesbar wird die Zahl erst mit dem Abrechnungsbericht aus Seller Central.

Amazon führt dein Verkäuferkonto als Guthabenkonto und überweist den Saldo: Verkaufserlöse minus Verkaufsgebühren, FBA- und Lagergebühren, Werbekosten und Erstattungen. Die Bankgutschrift allein ist deshalb weder Umsatz noch Aufwand. Aufgeschlüsselt wird sie nur im Abrechnungsbericht (Settlement Report) in Seller Central unter Berichte › Zahlungen; die Gebührenrechnungen liegen getrennt davon unter Berichte › Steuerdokumente, und für die Umsatzsteuer kommt der Umsatzsteuer-Transaktionsbericht dazu. Seit dem 1. August 2024 werden die Dienstleistungen für den deutschen Marktplatz nicht mehr von Amazon Services Europe S.à r.l. aus Luxemburg erbracht, sondern von Amazon EU S.à r.l. über die Niederlassung im Ansässigkeitsland — auf die Gebühren fällt seitdem deutsche Umsatzsteuer an, Reverse Charge greift dafür nicht mehr.

Auszahlung

Eine Zahl auf dem Konto,
hunderte Bestellungen dahinter

Wann das Geld kommt

Amazon zahlt nicht sofort nach dem Verkauf: Verkaufserlöse werden erst einige Tage nach der Lieferung freigegeben und stehen dann als verfügbares Guthaben bereit. Ab diesem Punkt kannst du eine Auszahlung auf Abruf anstoßen — bis zu einmal täglich —, sonst läuft der reguläre Abrechnungszyklus deines Kontos. Praktisch heißt das zweierlei: Der Zeitraum, den eine Auszahlung abdeckt, endet nie am Monatsende, und wer manuell abruft, erzeugt unregelmäßige Bankzeilen, die sich nur über den Abrechnungsbericht wieder einordnen lassen. Nach dem Ändern der Bankdaten hält Amazon Auszahlungen zur Prüfung zurück, und bei Reserven kann eine Auszahlung kleiner ausfallen oder ausbleiben.

Was vorher abgezogen wurde

  • Verkaufsgebühr (Provision) je verkauftem Artikel, kategorieabhängig
  • FBA-Versandgebühren pro Einheit sowie monatliche Lagergebühren nach Volumen
  • Langzeitlagergebühren und Gebühren für Retourenbearbeitung
  • Werbekosten aus Amazon Ads, sofern sie über das Verkäuferkonto verrechnet werden
  • Erstattungen an Käufer und Gutschriften aus früheren Zeiträumen
  • Einbehalte und Reserven, die Amazon vorübergehend zurückhält

Gebühren

Welche Gebühren
wo abgezogen werden

Verkaufsgebühr (Provision)

Prozentsatz auf den Verkaufspreis, je nach Kategorie unterschiedlich — für die meisten Kategorien im Bereich von etwa 7 bis 15 Prozent. Sie wird direkt von der Bestellung einbehalten und taucht nie als eigene Abbuchung auf.

FBA-Versandgebühr

Fällt je versandter Einheit an und richtet sich nach Größenklasse und Gewicht. Wer FBA nutzt, hat damit einen Aufwand, der vollständig in der Auszahlung verschwindet.

Lagergebühren

Monatlich nach belegtem Volumen, im Weihnachtsquartal höher als im Rest des Jahres. Dazu kommen Langzeitlagergebühren für Bestand, der zu lange liegt.

Werbekosten

Amazon Ads wird je nach Konto separat abgerechnet oder mit dem Verkäuferguthaben verrechnet, und die Rechnungen liegen nicht in Seller Central, sondern in der Ads-Konsole. Bei Verrechnung fehlt die Ausgabe auf dem Bankkonto komplett — sie steckt in der kleineren Auszahlung.

Erstattungen und Rückbelastungen

Eine Erstattung mindert den Erlös des laufenden Zeitraums, auch wenn der Verkauf im Vormonat lag. Für die Periodenabgrenzung ist deshalb der Bericht maßgeblich, nicht die Zahlung.

Monatliche Verkäufergebühr

Das Verkäuferkonto im professionellen Tarif kostet eine monatliche Grundgebühr. Sie wird ebenfalls mit dem Guthaben verrechnet.

Belege

Der Beleg liegt nicht im Postfach —
er liegt im Verkäuferkonto

Abrechnungsbericht (Settlement Report)

Seller Central › Berichte › Zahlungen, Reiter Alle Abrechnungen. Der eigentliche Beleg zur Bankgutschrift: Er listet je Abrechnungszeitraum alle Bestellungen, Gebühren, Erstattungen und Anpassungen und endet mit dem überwiesenen Betrag. Die Berichte werden laufend erzeugt und sind nicht unbegrenzt abrufbar.

Transaktionsübersicht

Ebenfalls unter Berichte › Zahlungen. Nützlich, um eine einzelne Bestellung oder Gebühr zu finden, wenn die Zuordnung im Abrechnungsbericht unklar ist.

Rechnungen über Verkaufsgebühren

Seller Central › Berichte › Steuerdokumente (Steuerdokumentenbibliothek). Hier liegen die monatlichen Gebührenrechnungen inklusive der Verkäufer-Grundgebühr — typischerweise erst einige Tage nach Monatsende. Sie sind ein eigener Beleg und stecken nicht im Abrechnungsbericht.

Umsatzsteuer-Transaktionsbericht

Seller Central unter den Steuerberichten zu Versand durch Amazon. Er enthält Verkäufe, Retouren, Erstattungen, grenzüberschreitende Warenbewegungen und Transfers zwischen Logistikzentren — die Grundlage für die Umsatzsteuer, die der Abrechnungsbericht nicht liefert.

Umsatzsteuer

Gebührenrechnung ohne
deutsche Umsatzsteuer?

Seit dem 1. August 2024 fällt auf die Amazon-Gebühren für den deutschen Marktplatz deutsche Umsatzsteuer an — Reverse Charge greift dafür nicht mehr.

Bis Juli 2024 wurden Verkaufen bei Amazon, Versand durch Amazon und die übrigen Dienstleistungen von Amazon Services Europe S.à r.l. aus Luxemburg erbracht; die Gebührenrechnungen kamen ohne deutsche Umsatzsteuer, und die Steuerschuld ging nach § 13b UStG auf den Händler über. Seit dem 1. August 2024 erbringt Amazon EU S.à r.l. diese Leistungen und stellt sie für in Deutschland ansässige Unternehmen über die deutsche Niederlassung in Rechnung — es gelten die lokalen Umsatzsteuerregeln, auf die Gebühren fällt Umsatzsteuer an. Regelbesteuerte Händler ziehen sie ganz normal als Vorsteuer. Praktisch heißt das zweierlei: Die Auszahlungen sind seitdem niedriger, weil die Steuer mit einbehalten wird, und jede Buchungsregel für Amazon-Gebühren, die noch auf Reverse Charge steht, ist falsch. Aufpassen musst du trotzdem, denn nicht alles läuft über dieselbe Gesellschaft: Werbekosten werden getrennt abgerechnet, und Gebühren für ausländische Marktplätze können anders behandelt sein. Amazon markiert in Rechnungen und Auszahlungsberichten nicht, welche Gebühr in welche Kategorie fällt — maßgeblich ist deshalb die einzelne Rechnung: Wer stellt sie aus, ist Umsatzsteuer ausgewiesen, oder steht ein Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers darauf?

Wie die Steuerschuldnerschaft im Detail funktioniert, steht im Lexikon-Eintrag Reverse Charge; das Buchungsmuster im Ratgeber Marktplatz-Auszahlungen buchen.

Abstimmung

Von der Sammelsumme
zurück zur Bestellung

  • Ein eigenes Verrechnungskonto für Amazon führen: Erlöse und Gebühren laufen dagegen, die Bankgutschrift bucht nur Bank an Verrechnungskonto.
  • Je Abrechnungszeitraum den Abrechnungsbericht herunterladen und als Beleg zur Bankbuchung ablegen — er ist das einzige Dokument, das die Auszahlung erklärt.
  • Erlöse aus dem Bericht periodengerecht zuordnen, nicht nach Zahlungsdatum. Der Abrechnungszeitraum endet mitten im Monat.
  • Gebühren getrennt als Aufwand buchen statt sie vom Erlös abzuziehen — sonst stimmt die Umsatzsteuer nicht zum ausgewiesenen Verkaufspreis.
  • Zum Stichtag bleibt ein Saldo auf dem Verrechnungskonto stehen: der noch nicht ausgezahlte Zeitraum plus Einbehalte. Das ist die Forderung gegen Amazon.
  • Für die Umsatzsteuer den Umsatzsteuer-Transaktionsbericht heranziehen, besonders bei Lagerung im EU-Ausland.

Portal-Agent

So kommen die Amazon-Belege
in deine Buchhaltung

Für dieses Verkäuferportal gibt es keine eigene Anbindung — und wir behaupten auch keine. Was es gibt, ist der Browser-Agent: Du hinterlegst die Zugangsdaten einmal verschlüsselt, der Agent meldet sich damit an und lädt Abrechnungen und Gebührenrechnungen herunter, so wie bei jedem anderen Lieferantenportal. Ob ein bestimmtes Portal dabei glatt durchläuft, hängt am Portal; bei 2FA fragt der Agent im Chat nach dem Code.

Für Amazon-Bestellrechnungen auf der Einkaufsseite ist der Weg eingespielt: Der Agent holt die Rechnungen zu deinen Bestellungen aus dem Amazon-Konto. Für Seller Central gilt derselbe generische Weg wie für jedes andere Portal — Zugangsdaten hinterlegen, der Agent lädt Abrechnungs- und Steuerberichte herunter. Eine Seller-Central-Schnittstelle nutzen wir nicht. Wo das Portal zickt, funktioniert der zweite Weg zuverlässig: Berichte einmal exportieren und hochladen oder die Amazon-Mails an dein belege.ai-Postfach weiterleiten. Die Auszahlung auf dem Bankkonto erkennt belege.ai unabhängig davon und meldet, solange der Beleg dazu fehlt.

belege.ai ist keine Buchhaltungssoftware und ersetzt weder Lexware, sevDesk und DATEV noch deinen Steuerberater. Es übernimmt den Schritt davor: die Belege beschaffen, zuordnen und DATEV-fertig übergeben.

FAQ

Häufige Fragen

Warum stimmt die Amazon-Auszahlung nicht mit meinen Verkäufen überein?

Weil Amazon netto auszahlt. Verkaufsgebühren, FBA- und Lagergebühren, Werbekosten, Erstattungen und Einbehalte werden vorher abgezogen. Dazu kommt der Zeitversatz: Erlöse werden erst einige Tage nach der Lieferung freigegeben, und der abgedeckte Zeitraum endet nicht am Monatsende. Nur der Abrechnungsbericht in Seller Central schlüsselt auf, was in einer Auszahlung steckt.

Wo finde ich den Amazon-Abrechnungsbericht und die Gebührenrechnung?

Der Abrechnungsbericht liegt in Seller Central unter Berichte › Zahlungen im Reiter Alle Abrechnungen. Die monatlichen Rechnungen über die Verkaufsgebühren liegen an einer anderen Stelle: unter Berichte › Steuerdokumente. Beides sind aufbewahrungspflichtige Belege und sollte regelmäßig heruntergeladen werden — im Portal bleiben sie nicht unbegrenzt verfügbar.

Kommt die Amazon-Gebührenrechnung mit oder ohne Umsatzsteuer?

Für den deutschen Marktplatz seit dem 1. August 2024 mit Umsatzsteuer: Seitdem erbringt Amazon EU S.à r.l. die Leistungen und rechnet über die Niederlassung im Ansässigkeitsland ab, sodass die lokalen Umsatzsteuerregeln gelten. Vorher lief es als Reverse Charge über die luxemburgische Amazon Services Europe S.à r.l. Werbekosten und Gebühren ausländischer Marktplätze können abweichen — prüfe die konkrete Rechnung.

Auf welches Konto buche ich die Amazon-Auszahlung?

Nicht direkt auf Erlöse, sondern über ein Verrechnungskonto für Amazon. Erlöse und Gebühren laufen dagegen, die Bankgutschrift bucht Bank an Verrechnungskonto. Die konkreten Kontonummern hängen von Kontenrahmen und Kanzlei ab — mit dem Steuerberater abstimmen.

Wozu brauche ich den Umsatzsteuer-Transaktionsbericht?

Der Abrechnungsbericht zeigt Geld, nicht Steuer. Der Umsatzsteuer-Transaktionsbericht zeigt, welche Umsätze in welchem Land steuerbar sind, welche Warenbewegungen zwischen Logistikzentren stattfanden und was erstattet wurde. Sobald Amazon deine Ware im EU-Ausland lagert, ist er die Grundlage für Registrierungs- und Meldepflichten.

Was macht belege.ai bei Amazon konkret?

belege.ai erkennt die Amazon-Auszahlung auf deinem Bankkonto und sorgt dafür, dass ein Beleg dazu vorliegt — beschafft über den Browser-Agenten mit deinen hinterlegten Zugangsdaten, per Weiterleitung ins Postfach oder als Upload. Eine Seller-Central-Schnittstelle nutzen wir nicht und behaupten sie auch nicht. Verbucht wird weiter in deinem System.

Amazon-Abrechnungen holt der Agent

Auszahlung auf dem Konto erkannt, Abrechnung beschafft, Gebührenrechnung dazu, alles DATEV-fertig übergeben. Kostenlos testen, ohne Kreditkarte.

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