Shopify Payments zahlt gesammelt und netto aus: eine Bankgutschrift für viele Bestellungen, Gebühren schon abgezogen, Rückerstattungen schon verrechnet. Wer diese Zeile direkt auf Erlöse bucht, verliert die Gebühren und bekommt Shop und Konto nie zur Deckung.
Shopify-Auszahlungen buchen heißt, die Sammelgutschrift wieder auseinanderzunehmen: Bruttoerlös aus den Bestellungen, Transaktionsgebühren als Aufwand, Rückerstattungen und Rückbelastungen gegen den Erlös — verbunden über ein Verrechnungskonto, dessen Saldo genau das Geld ist, das Shopify noch schuldet. Die Bank bucht dann nur noch gegen dieses Konto.
Das Problem
Die Transaktionsgebühr wird nicht separat abgebucht, sondern vor der Auszahlung einbehalten. Im Transaktionsexport siehst du das an den drei Spalten Amount, Fee und Net — auf dem Bankkonto kommt nur Net an. Buchst du nur die Gutschrift, fehlt der Aufwand und der Erlös ist zu niedrig.
In Deutschland liegen zwischen Zahlung und Auszahlung mindestens drei Werktage, Zahlungen von Freitag bis Sonntag werden zu einer Auszahlung gebündelt, und an Wochenenden und Feiertagen wird nicht ausgezahlt. Bestellungen der letzten Monatstage landen deshalb erst im Folgemonat auf dem Konto — periodengerecht gehört der Erlös trotzdem in den alten Monat.
Rückerstattungen, Rückbelastungen (Chargebacks) und Anpassungen werden mit der nächsten Auszahlung verrechnet. Eine einzelne Gutschrift kann deshalb kleiner sein als die Bestellungen des Zeitraums — oder ganz ausbleiben.
Buchungsmuster
Der Trick ist ein eigenes Verrechnungs- oder Geldtransitkonto je Zahlungsanbieter. Es nimmt auf, was Shopify für dich eingesammelt, aber noch nicht überwiesen hat. Damit hat jeder Schritt seinen eigenen Beleg — und der Saldo ist jederzeit prüfbar.
Wenn das Verrechnungskonto nach der Auszahlung nicht auf null läuft, ist das kein Fehler, sondern die Antwort: Der Rest sind Bestellungen, deren Auszahlung noch aussteht, plus einbehaltene Beträge. Genau dieselbe Mechanik gilt für Kartenzahlungen im Laden — ausführlich im Ratgeber Kartenzahlungen und Sammelauszahlungen zuordnen.
Belege
Im Admin unter Einstellungen › Zahlungen führt der Weg über Auszahlungen anzeigen zu den Transaktionen einer Auszahlung. Der CSV-Export dazu wird dir per Mail zugestellt und enthält je Zeile Amount, Fee und Net — genau die Aufteilung, die die Bankzeile verschweigt.
Auf der Finanzseite gruppiert dieser Bericht die Aktivität einer Auszahlung nach Art — Kartenzahlungen, Rückerstattungen, Gebühren — und weist je Gruppe brutto, Gebühr und netto aus, aufklappbar bis auf den Einzelposten. Das ist der Bericht, mit dem eine Auszahlung tatsächlich abgestimmt wird.
Die Rechnung für Shopify-Abo, Apps und Themes ist ein eigener Beleg und läuft nicht über die Auszahlung. Das Abo wird im Voraus in 30-Tage-Intervallen berechnet; die Rechnungen liegen in den Shop-Einstellungen unter Abrechnung.
Wichtig für die Einnahmenseite: Shopify-Bestelldaten sind noch keine Ausgangsrechnung. Die rechtsgültige Rechnung an den Kunden kommt aus deiner Rechnungssoftware oder einem Rechnungs-Plugin — der Auszahlungsbericht belegt nur den Geldfluss.
Umsatzsteuer
Zwei Dinge werden hier gern vermischt: der Umsatz mit deinen Kunden und die Leistung, die Shopify dir berechnet.
Hintergrund im Lexikon: Reverse Charge und OSS-Verfahren; für den Onlinehandel im Detail auf OSS-Verfahren im Onlinehandel.
Stichtag
Am 31.12. hat Shopify fast immer noch Geld von dir. Bestellungen der letzten Dezembertage sind bezahlt, die Auszahlung kommt aber erst im Januar.
Wer sauber über das Verrechnungskonto bucht, muss dafür nichts extra tun: Der Saldo zum Stichtag ist die Forderung gegen Shopify und wird als solche ausgewiesen. Wer dagegen nur die Bankgutschriften gebucht hat, verschiebt Erlöse ins falsche Jahr und muss sie nachträglich abgrenzen — der häufigste Grund, warum die Umsatzsteuer-Jahreserklärung im Onlinehandel nicht zur Summe der Voranmeldungen passt.
Klarstellung
FAQ
Weil die Auszahlung netto ist. Vor der Überweisung zieht Shopify Payments die Transaktionsgebühren ab und verrechnet Rückerstattungen, Rückbelastungen und Anpassungen. Dazu kommt der Zeitversatz: In Deutschland liegen mindestens drei Werktage zwischen Zahlung und Auszahlung, Zahlungen von Freitag bis Sonntag werden zusammengefasst, und an Wochenenden und Feiertagen wird nicht ausgezahlt. Der Payout-Reconciliation-Report und der Transaktionsexport schlüsseln beides auf.
Die Frequenz stellst du selbst ein: täglich, wöchentlich oder monatlich. Unabhängig davon gilt in Deutschland eine Mindest-Auszahlungsfrist von drei Werktagen ab der Zahlung, ein Mindestauszahlungsbetrag von einem Euro, und die Bank braucht danach nochmals ein bis drei Tage. Auszahlungen an Wochenenden und Feiertagen gibt es nicht.
Nicht direkt auf Erlöse. Üblich ist ein Verrechnungs- oder Geldtransitkonto je Zahlungsanbieter: Erlöse und Gebühren laufen dagegen, die Bankgutschrift bucht Bank an Verrechnungskonto. Die konkreten Kontonummern hängen vom Kontenrahmen und der Kanzlei ab — SKR03 und SKR04 unterscheiden sich hier, deshalb mit dem Steuerberater abstimmen.
Als Betriebsausgabe gegen das Verrechnungskonto, nicht als Erlösminderung. Der Bruttoerlös bleibt in voller Höhe stehen — das ist auch umsatzsteuerlich der richtige Wert, weil dein Kunde den Bruttobetrag gezahlt hat, nicht den ausgezahlten.
Sie steht als Saldo auf dem Verrechnungskonto und ist zum Stichtag eine Forderung gegen Shopify. Wenn du über ein Verrechnungskonto buchst, ergibt sich das automatisch; wenn du nur Bankgutschriften buchst, musst du nachträglich abgrenzen.
Nein. Die Bestellbestätigung ist keine rechtsgültige Rechnung. Die Ausgangsrechnung erzeugt deine Rechnungssoftware oder ein Rechnungs-Plugin; der Auszahlungsbericht belegt nur, dass und wann das Geld geflossen ist.
Ja. Shopify wird lesend verbunden; belege.ai liest Bestellungen und Auszahlungen mit den Einzelposten und ordnet jede Auszahlung der Bankbuchung zu. Verbucht wird weiterhin in deinem System — belege.ai liefert die zugeordneten Belege und den Export.
Quellen
Auszahlungsfristen, Gebührensätze und Vertragsbedingungen ändern sich und sind je Land und Tarif unterschiedlich. Wie Shopify die eigene Gebühren- und Abo-Rechnung umsatzsteuerlich behandelt, geht aus den öffentlichen Hilfeseiten nicht eindeutig hervor — maßgeblich ist deine eigene Rechnung. Diese Seite ersetzt keine Steuerberatung.
belege.ai liest deine Shopify-Auszahlungen aus, ordnet sie der Bankbuchung zu und übergibt alles DATEV-fertig. Kostenlos testen, ohne Kreditkarte.
Jetzt kostenlos starten