Stripe zieht seine Gebühr je Zahlung ab und überweist den Rest gesammelt. Auf dem Bankkonto steht deshalb weder dein Umsatz noch dein Aufwand, sondern die Differenz. Buchhalterisch richtig ist der Bruttobetrag, den dein Kunde gezahlt hat.
Stripe-Auszahlungen buchen heißt, die Sammelüberweisung wieder in ihre Bestandteile zu zerlegen: Bruttoerlös je Zahlung, Stripe-Gebühr als Betriebsausgabe, Rückerstattungen und Rückbelastungen gegen den Erlös — verbunden über ein Verrechnungskonto, dessen Saldo dem Stripe-Guthaben entspricht. Die Bankgutschrift bucht dann nur noch gegen dieses Konto.
Bruttoprinzip
Zahlt ein Kunde 119 €, ist dein Erlös 100 € netto plus 19 € Umsatzsteuer — auch dann, wenn Stripe die Gebühr sofort einbehält und weniger überweist. Die Gebühr ist eine eigene Leistung an dich, keine Minderung des Kaufpreises.
Buchungsmuster
Stripe zahlt rollierend aus, und dahinter stecken zwei unabhängige Größen: die Settlement Speed — wie lange es dauert, bis eine Zahlung überhaupt auszahlbares Guthaben wird — und der Auszahlungsplan, der bestimmt, wann verfügbares Guthaben überwiesen wird. In Europa verzögert Stripe die erste Auszahlung typischerweise um sieben Werktage und liegt danach im Bereich weniger Werktage; der Plan selbst ist manuell, täglich, wöchentlich oder monatlich einstellbar. Ein Verrechnungskonto überbrückt genau diese Lücke.
Die konkreten Kontonummern hängen vom Kontenrahmen und der Kanzlei ab; SKR03 und SKR04 nummerieren Geldtransit- und Gebührenkonten unterschiedlich. Das Muster bleibt gleich — dasselbe wie bei Shopify-Auszahlungen, bei Kartenzahlungen im Laden und bei Marktplatz-Auszahlungen.
Umsatzsteuer
Vertragspartner für europäische Nutzer ist die Stripe Payments Europe, Limited mit Sitz in Dublin. Kommt deine Gebührenrechnung von dort ohne ausgewiesene Umsatzsteuer und mit einem Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers, ist es ein Reverse-Charge-Fall nach § 13b UStG. Prüfe das an deiner eigenen Rechnung — Stripe legt die Behandlung öffentlich nicht eindeutig fest, und pauschale Marktplatz- und Zahlungsdienstleister-Faustregeln stimmen inzwischen oft nicht mehr.
Belege
Stripes Version eines Kontoauszugs: Anfangs- und Endsaldo eines Zeitraums plus die Veränderung, aufgeteilt nach Kategorien wie Zahlungen, Rückerstattungen, Streitfälle, Anpassungen und Gebühren. Als CSV mit Einzelposten exportierbar.
Ordnet jede Banküberweisung den Zahlungen zu, aus denen sie besteht — mit Downloads bis auf die Einzelposition. Das ist der Bericht, der die Bankzeile zum Beleg macht.
Die Rechnung über die Stripe-Gebühren ist ein separates Dokument im Dashboard — der Beleg für den Aufwand und für die Reverse-Charge-Meldung.
Zum 31.12. ist fast immer eine Auszahlung unterwegs. Über das Verrechnungskonto ergibt sich der Betrag von selbst und wird als Forderung ausgewiesen.
Sonderfälle
Verkaufst du in mehreren Währungen, entsteht zusätzlich eine Umrechnungsdifferenz zwischen Zahlungseingang und Auszahlung. Sie gehört auf ein eigenes Konto für Währungsdifferenzen, nicht in den Erlös.
Eine Rückbelastung nimmt dir Umsatz und kostet zusätzlich eine Gebühr. Beides gehört getrennt gebucht — sonst sieht es aus, als sei der Umsatz nie entstanden.
Stripe kann Beträge zurückhalten oder einen negativen Saldo mit der nächsten Auszahlung verrechnen. Auf dem Verrechnungskonto ist das sichtbar; auf dem Bankkonto sieht man nur eine kleinere Zahl.
Klarstellung
FAQ
Brutto. Erlös ist der Betrag, den dein Kunde gezahlt hat, auch wenn Stripe die Gebühr sofort einbehält. Die Gebühr wird getrennt als Betriebsausgabe gebucht. Netto zu buchen verkürzt Umsatz und Aufwand gleichzeitig und bringt die Umsatzsteuer durcheinander.
Weil Stripe die Gebühren je Zahlung einbehält und Rückerstattungen, Rückbelastungen sowie eventuelle Einbehalte mit der nächsten Auszahlung verrechnet. Dazu kommt der Zeitversatz der rollierenden Auszahlung. Die Auszahlungsdetails im Dashboard schlüsseln auf, was in einer Überweisung steckt.
Vertragspartner für Europa ist die Stripe Payments Europe, Limited in Dublin. Weist deine Gebührenrechnung keine deutsche Umsatzsteuer aus und enthält sie einen Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers, meldest du die Steuer selbst nach § 13b UStG an und ziehst sie bei Vorsteuerabzugsberechtigung im selben Zug wieder ab. Stripe legt die Behandlung öffentlich nicht eindeutig fest — hinterlege deine USt-IdNr. und prüfe die konkrete Rechnung, statt dich auf eine Faustregel zu verlassen.
Zwei Dinge wirken zusammen: die Settlement Speed, also wie lange eine Zahlung braucht, bis sie auszahlbares Guthaben wird, und der Auszahlungsplan — manuell, täglich, wöchentlich oder monatlich. In Europa verzögert Stripe die erste Auszahlung typischerweise um sieben Werktage und liegt danach im Bereich weniger Werktage. Die für dein Konto geltenden Werte stehen im Dashboard.
Ja, ein Verrechnungs- oder Geldtransitkonto je Zahlungsanbieter. Es hält das Guthaben, das Stripe für dich hält, und macht den Zeitversatz zwischen Zahlung und Auszahlung sichtbar. Die konkrete Kontonummer richtet sich nach deinem Kontenrahmen — mit dem Steuerberater abstimmen.
Als Forderung gegen Stripe. Wenn du über das Verrechnungskonto buchst, steht der Betrag zum Stichtag automatisch dort und muss nur ausgewiesen werden.
Ja. Stripe wird verbunden, die Auszahlung wird der Bankbuchung zugeordnet und in ihre Bestandteile aufgeschlüsselt; die monatliche Gebührenrechnung wird dazu beschafft. Verbucht wird weiterhin in deinem System — belege.ai liefert Zuordnung, Belege und Export.
Quellen
Auszahlungsintervall und Gebührensätze hängen von Land, Vertrag und Kontoeinstellungen ab und können sich ändern. Wie Stripe die eigene Gebührenrechnung umsatzsteuerlich behandelt, geht aus den öffentlichen Stripe-Seiten nicht eindeutig hervor — maßgeblich ist deine eigene Rechnung. Diese Seite ersetzt keine Steuerberatung.
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