Buchhaltung · Stripe

Stripe-Auszahlungen buchen —
brutto, nicht netto

Stripe zieht seine Gebühr je Zahlung ab und überweist den Rest gesammelt. Auf dem Bankkonto steht deshalb weder dein Umsatz noch dein Aufwand, sondern die Differenz. Buchhalterisch richtig ist der Bruttobetrag, den dein Kunde gezahlt hat.

Stripe-Auszahlungen buchen heißt, die Sammelüberweisung wieder in ihre Bestandteile zu zerlegen: Bruttoerlös je Zahlung, Stripe-Gebühr als Betriebsausgabe, Rückerstattungen und Rückbelastungen gegen den Erlös — verbunden über ein Verrechnungskonto, dessen Saldo dem Stripe-Guthaben entspricht. Die Bankgutschrift bucht dann nur noch gegen dieses Konto.

Bruttoprinzip

Der Kunde zahlt 119 €,
die Bank sieht weniger

Zahlt ein Kunde 119 €, ist dein Erlös 100 € netto plus 19 € Umsatzsteuer — auch dann, wenn Stripe die Gebühr sofort einbehält und weniger überweist. Die Gebühr ist eine eigene Leistung an dich, keine Minderung des Kaufpreises.

  • Erlös in voller Höhe der Kundenzahlung — nur so passt die Umsatzsteuer zum ausgewiesenen Betrag auf deiner Rechnung.
  • Gebühr getrennt als Betriebsausgabe. Wer netto bucht, weist zu wenig Umsatz und zu wenig Aufwand aus; Gewinn und Umsatzsteuer gehen auseinander.
  • Rückerstattungen mindern den Erlös, Rückbelastungsgebühren sind zusätzlicher Aufwand.

Buchungsmuster

Drei Buchungen,
ein Verrechnungskonto

Stripe zahlt rollierend aus, und dahinter stecken zwei unabhängige Größen: die Settlement Speed — wie lange es dauert, bis eine Zahlung überhaupt auszahlbares Guthaben wird — und der Auszahlungsplan, der bestimmt, wann verfügbares Guthaben überwiesen wird. In Europa verzögert Stripe die erste Auszahlung typischerweise um sieben Werktage und liegt danach im Bereich weniger Werktage; der Plan selbst ist manuell, täglich, wöchentlich oder monatlich einstellbar. Ein Verrechnungskonto überbrückt genau diese Lücke.

  • Kundenzahlung: Erlös brutto gegen Stripe-Verrechnungskonto.
  • Stripe-Gebühr: Aufwand gegen Stripe-Verrechnungskonto.
  • Auszahlung: Bank gegen Stripe-Verrechnungskonto — der einzige Schritt, der die Bank berührt.
  • Saldo des Verrechnungskontos = dein Stripe-Guthaben, jederzeit gegen das Dashboard prüfbar.

Die konkreten Kontonummern hängen vom Kontenrahmen und der Kanzlei ab; SKR03 und SKR04 nummerieren Geldtransit- und Gebührenkonten unterschiedlich. Das Muster bleibt gleich — dasselbe wie bei Shopify-Auszahlungen, bei Kartenzahlungen im Laden und bei Marktplatz-Auszahlungen.

Umsatzsteuer

Gebührenrechnung ohne
deutsche Umsatzsteuer

Vertragspartner für europäische Nutzer ist die Stripe Payments Europe, Limited mit Sitz in Dublin. Kommt deine Gebührenrechnung von dort ohne ausgewiesene Umsatzsteuer und mit einem Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers, ist es ein Reverse-Charge-Fall nach § 13b UStG. Prüfe das an deiner eigenen Rechnung — Stripe legt die Behandlung öffentlich nicht eindeutig fest, und pauschale Marktplatz- und Zahlungsdienstleister-Faustregeln stimmen inzwischen oft nicht mehr.

  • Reverse Charge heißt: Umsatzsteuer anmelden und bei Vorsteuerabzugsberechtigung im selben Zug wieder abziehen. Zahllast null, aber melden musst du.
  • Hinterlege deine USt-IdNr. im Stripe-Konto. Ohne sie kann die Rechnung mit ausländischer Steuer kommen, die du nicht in der deutschen Voranmeldung ziehst.
  • Kleinunternehmer schulden die Reverse-Charge-Steuer trotzdem, dürfen sie aber nicht als Vorsteuer abziehen — hier wird sie zur echten Belastung.
  • Die Gebührenrechnung ist ein eigener Beleg und liegt nicht in der Auszahlung. Sie muss aus dem Dashboard geholt und aufbewahrt werden.

Belege

Vier Dokumente,
die niemand von allein herunterlädt

Balance Report

Stripes Version eines Kontoauszugs: Anfangs- und Endsaldo eines Zeitraums plus die Veränderung, aufgeteilt nach Kategorien wie Zahlungen, Rückerstattungen, Streitfälle, Anpassungen und Gebühren. Als CSV mit Einzelposten exportierbar.

Payout-Reconciliation-Report

Ordnet jede Banküberweisung den Zahlungen zu, aus denen sie besteht — mit Downloads bis auf die Einzelposition. Das ist der Bericht, der die Bankzeile zum Beleg macht.

Monatliche Gebührenrechnung

Die Rechnung über die Stripe-Gebühren ist ein separates Dokument im Dashboard — der Beleg für den Aufwand und für die Reverse-Charge-Meldung.

Offener Payout zum Stichtag

Zum 31.12. ist fast immer eine Auszahlung unterwegs. Über das Verrechnungskonto ergibt sich der Betrag von selbst und wird als Forderung ausgewiesen.

Sonderfälle

Wo die Abstimmung
typischerweise reißt

Fremdwährung

Verkaufst du in mehreren Währungen, entsteht zusätzlich eine Umrechnungsdifferenz zwischen Zahlungseingang und Auszahlung. Sie gehört auf ein eigenes Konto für Währungsdifferenzen, nicht in den Erlös.

Rückbelastungen

Eine Rückbelastung nimmt dir Umsatz und kostet zusätzlich eine Gebühr. Beides gehört getrennt gebucht — sonst sieht es aus, als sei der Umsatz nie entstanden.

Einbehalte und negative Salden

Stripe kann Beträge zurückhalten oder einen negativen Saldo mit der nächsten Auszahlung verrechnen. Auf dem Verrechnungskonto ist das sichtbar; auf dem Bankkonto sieht man nur eine kleinere Zahl.

Klarstellung

Wir verbuchen nicht.
Wir stimmen ab.

Was belege.ai nicht ist

  • Keine Buchhaltungssoftware — wir führen keine Konten und erstellen keine Bilanz
  • Kein Ersatz für Lexware, sevDesk, DATEV oder deinen Steuerberater
  • Kein Ersatz für Stripe Billing bei Abo- und nutzungsbasierter Faktura

Was belege.ai übernimmt

  • Stripe wird verbunden: Auszahlungen, Zahlungen und Gebühren werden ausgelesen
  • Jede Auszahlung wird der Bankbuchung zugeordnet und in Erlös, Gebühr und Rückerstattung aufgeschlüsselt
  • Die monatliche Stripe-Gebührenrechnung wird beschafft und der Buchung zugeordnet
  • Übergabe als DATEV-Buchungsstapel, als Rückbuchung nach Lexware Office oder als login-freier Link für die Kanzlei

FAQ

Häufige Fragen

Buche ich den Stripe-Payout brutto oder netto?

Brutto. Erlös ist der Betrag, den dein Kunde gezahlt hat, auch wenn Stripe die Gebühr sofort einbehält. Die Gebühr wird getrennt als Betriebsausgabe gebucht. Netto zu buchen verkürzt Umsatz und Aufwand gleichzeitig und bringt die Umsatzsteuer durcheinander.

Warum ist der Stripe-Payout kleiner als meine Verkäufe?

Weil Stripe die Gebühren je Zahlung einbehält und Rückerstattungen, Rückbelastungen sowie eventuelle Einbehalte mit der nächsten Auszahlung verrechnet. Dazu kommt der Zeitversatz der rollierenden Auszahlung. Die Auszahlungsdetails im Dashboard schlüsseln auf, was in einer Überweisung steckt.

Fällt auf die Stripe-Gebühren Umsatzsteuer an?

Vertragspartner für Europa ist die Stripe Payments Europe, Limited in Dublin. Weist deine Gebührenrechnung keine deutsche Umsatzsteuer aus und enthält sie einen Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers, meldest du die Steuer selbst nach § 13b UStG an und ziehst sie bei Vorsteuerabzugsberechtigung im selben Zug wieder ab. Stripe legt die Behandlung öffentlich nicht eindeutig fest — hinterlege deine USt-IdNr. und prüfe die konkrete Rechnung, statt dich auf eine Faustregel zu verlassen.

Wie schnell zahlt Stripe aus?

Zwei Dinge wirken zusammen: die Settlement Speed, also wie lange eine Zahlung braucht, bis sie auszahlbares Guthaben wird, und der Auszahlungsplan — manuell, täglich, wöchentlich oder monatlich. In Europa verzögert Stripe die erste Auszahlung typischerweise um sieben Werktage und liegt danach im Bereich weniger Werktage. Die für dein Konto geltenden Werte stehen im Dashboard.

Brauche ich ein eigenes Stripe-Konto in der Buchhaltung?

Ja, ein Verrechnungs- oder Geldtransitkonto je Zahlungsanbieter. Es hält das Guthaben, das Stripe für dich hält, und macht den Zeitversatz zwischen Zahlung und Auszahlung sichtbar. Die konkrete Kontonummer richtet sich nach deinem Kontenrahmen — mit dem Steuerberater abstimmen.

Wie behandle ich die zum Jahreswechsel offene Auszahlung?

Als Forderung gegen Stripe. Wenn du über das Verrechnungskonto buchst, steht der Betrag zum Stichtag automatisch dort und muss nur ausgewiesen werden.

Kann belege.ai die Zuordnung übernehmen?

Ja. Stripe wird verbunden, die Auszahlung wird der Bankbuchung zugeordnet und in ihre Bestandteile aufgeschlüsselt; die monatliche Gebührenrechnung wird dazu beschafft. Verbucht wird weiterhin in deinem System — belege.ai liefert Zuordnung, Belege und Export.

Quellen

Auszahlungsintervall und Gebührensätze hängen von Land, Vertrag und Kontoeinstellungen ab und können sich ändern. Wie Stripe die eigene Gebührenrechnung umsatzsteuerlich behandelt, geht aus den öffentlichen Stripe-Seiten nicht eindeutig hervor — maßgeblich ist deine eigene Rechnung. Diese Seite ersetzt keine Steuerberatung.

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